Die unterschiedlichen Blitzschutzklassen, auch Lightning Protection Levels (LPL) genannt, beziehen sich nur auf den Typ I Ableiter und dessen Impulsstrom 10/350 µs. Es wird zwischen den Blitzschutzklassen I, II und III/IV unterschieden, wobei die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Blitzschadens von Blitzschutzklasse I bis zu Blitzschutzklasse III/IV zunimmt.
Blitzstoßstrom [Iimp]: 200 kA
Wirksamkeit: 98%
Blitzstoßstrom [Iimp]: 150 kA
Wirksamkeit: 95%
Blitzstoßstrom [Iimp]: 100 kA
Wirksamkeit: 88% / 81%
Ein Impuls von 200 kA trifft direkt auf die äußere Blitzschutzanlage und wird jeweils zur Hälfte in die Erde und in die elektrisch leitfähigen Anlagenteile geleitet. Je nach Leitungsanzahl teilt sich der Strom auf 25 kA (4-Leiter-Netz) bzw. 20 kA (5-Leiter-Netz) pro Leiter auf.
Beispiele für die Blitzschutzklasse I sind:
Ein Impuls von 150 kA trifft direkt auf die äußere Blitzschutzanlage und wird jeweils zur Hälfte in die Erde und in die elektrisch leitfähigen Anlagenteile geleitet. Je nach Leitungsanzahl teilt sich der Strom auf 19 kA (4-Leiter-Netz) bzw. 15 kA (5-Leiter-Netz) pro Leiter auf.
Beispiele für die Blitzschutzklasse II sind:
Ein Impuls von 100 kA trifft direkt auf die äußere Blitzschutzanlage und wird jeweils zur Hälfte in die Erde und in die elektrisch leitfähigen Anlagenteile geleitet. Sowohl bei einem 4-Leiter-Netz als auch bei einem 5-Leiter-Netz wird von einem Strom von 12,5 kA pro Leiter ausgegangen.
Unter die Blitzschutzklasse III/IV fallen ca. 80% aller Anwendungen wie z. B.:
In diesem Beispiel wird gezeigt, wie der richtige Typ I Ableiter ausgewählt wird.
Annahme:
Es ist eine Anwendung mit äußerem Blitzschutz.
Berechnung:
Parameter für den Blitz- und Überspannungsschutz:
Produktempfehlung:
Die Publikation "Risikoorientierter Blitz- und Überspannungsschutz " vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bietet Hilfe bei der Risikobeurteilung von Schäden infolge von Blitz- und Überspannung.
In dem Dokument sind diverse Objekte und deren Zuordnung zu den Blitzschutzklassen beschrieben. Normalerweise muss die Zuordnung mit Hilfe einer aufwändigen Berechnung erfolgen. Das Dokument hilft für eine schnelle Zuordnung, ist nur in Deutschland gültig und stellt lediglich eine Empfehlung dar, entbindet jedoch nicht von einer Risikobetrachtung.
Christian Held
Vertriebsingenieur Automatisierung, IIoT, Software